METAR EDDV 190950Z 27001KT CAVOK M15/M16 Q1010 NOSIG=
Hannover, 19.12.2009 10:50: kein nennenswerter Wind (270 Grad/1 Knoten), keine Wolken in für mich relevanten Höhen, Sicht >10km, -15 Grad… oder kurz zusammengefasst: Bestes Winterflugwetter.
Ich hoffe immernoch auf eine Prüfung noch dieses Jahr, aber um nicht aus der Übung zu kommen (und dieses Wetter nicht völlig ungenutzt zu lassen), wurde heute früh kurzfristig mit der Flugschule ein Flug angesetzt.
Nur ein kurzer, das war klar, denn mein Lehrer war für den Nachmittag für einen Charterflug eingeplant – und Solo geht leider nur, wenn er auch in der Flugschule ist.
Letztendlich haben wir den Flug auf ein paar Solo-Platzrunden zusammengestrichen, aber die waren ein Erlebnis:
Steigen mit der besten Steiggeschwindigkeit von 80 Knoten – normalerweise bedeutet das: Platzrundenhöhe (1200 ft. in Hannover) beim Eindrehen in den Gegenanflug oder kurz danach. Bei minus 15 Grad war die Höhe allerdings schon im Querabflug erreicht.
Auch der Gegenanflug (90 Knoten, Höhe halten) stellte sich nicht wie gewohnt dar: Braucht es normalerweise um die 2000 Umdrehungen um die Höhe zu halten, durften es heute nicht mehr als 1600 sein – sonst stieg die Echo-Wiskey weiter.
Auf Schwellenhöhe 10° Landeklappen, nachtrimmen, Leistung reduzieren… jetzt sollte es eigentlich runter gehen. Eigentlich – denn heute wollte sie kaum runter. Mit 20° Klappen und eine ein ganz gutes Stück hinter der Landeschwelle setzte ich auf. Normalerweise ist um die 40 Knoten Schluss mit Auftrieb – der letzte Wert, den ich heute gesehen habe, lag unter 30.
Der Ausblick muss bei diesem Wetter grandios gewesen sein – leider hatte ich in der Platzrunde keine Zeit, das zu beurteilen.
Fazit: Fliegen im Winter macht Spaß!
Keine Thermik, optimale Flugleistung und – komischerweise – sehr wenig VFR-Verkehr, aber es erfordert auch besondere Vorsicht am Boden, sehr langsames Rollen bei höheren Stand- und Rolldrehzahlen, um Motor- und Öltemperatur überhaupt in den grünen Bereich zu bekommen und Kleinigkeiten, die man häufig nicht bedenkt: Kugelschreiber (zum Pflegen des Flightlog, Aufschreiben von Rollanweisungen und Start-/Landezeiten) verweigern bei diesen Temperaturen oft anfangs den Dienst.
Wichtig, vor allem beim Rollen, ist der sehr vorsichtige Umgang mit den Bremsen. Ein UL – Flugzeug, das gerade landete, als wir auf die Aushallung der Echo-Wiskey warteten, rutschte (nach zügigem Rollen) kurzerhand auf dem Vorfeld weg. Glücklicherweise nicht auf das Follow-Me oder in das wenige Meter entfernte Tor einer Werfthalle, sondern auf ein Stück verschneiten Rasen. Der Pilot kam so noch mit dem Schrecken davon und konnte aus eigener Kraft zurück auf den Vorfeldasphalt und zu seinem Parkplatz rollen.
PS: Auch wenn der Titel anderes vermitteln mag – ein Flugzeug ist selbstverständlich kein Schneepflug und sollte es als solcher eingesetzt werden, danach vermutlich nicht mehr flugtauglich