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PPL-A Prüfungsflug

Tuesday, February 16th, 2010

Schreck am Morgen

Dienstag, der 16.2.2010, mehr als einen Monat nach meinem letzten Flug und mehr als zwei Monate nach dem letzten Überlandflug. Die 3-Tages-Prognose sagte stellenweise halbwegs gutes Wetter voraus, aber die verhasste “feuchte Grundschicht”, die sich dieses Jahr so tapfer hielt, war immer noch da. Der allmorgendliche Wetter-Check war schon längst einem kurzen Blick auf die Nachmittags aktualisierte Vorhersage gewichen.

Um so größer war die Überraschung als ich interessehalber dann doch mal METAR und TAF von Hannover (EDDV) und Braunschweig (EDVE) aufrief und 8km Sicht ohne relevante Wolken vorfand. Also auf die Schnelle Flieger und Prüfer abgefragt und ausnahmsweise passte endlich alles: Sowohl die D-EDEW als auch der Prüfer hatten Zeit.

Da ich das Wetter für diesen Monat schon abgeschrieben hatte, war natürlich auch nichts vorbereitet, also in aller Eile drei Flugplanungen fertiggemacht und kurz vor der Abfahrt zum Flughafen noch ein letztes Mal schnell ins Wetter geschaut:

METAR EDDV 160950Z 17008KT CAVOK M02/M06 Q1005 NOSIG=
METAR EDVE 160850Z VRB03KT CAVOK M02/M05 Q1005=
TAF EDVE 160800Z 1609/1618 15005KT 9000 BKN030=

TAF EDDV 160500Z 1606/1706 13007KT 9999 SCT040 PROB30 TEMPO 1700/1706 3500 BR PROB30 TEMPO 1703/1706 BKN008=

Der Prüfungsflug

Erst gings alleine nach Braunschweig (wenn auch nicht direkt, um vor der Prüfung noch etwas Überland-Erfahrung aufzufrischen), dann die Vorbesprechung mit dem Prüfer: Welche Strecke habe ich geplant, welche Standardmanöver will er sehen, ein paar Fragen zum Flugzeug und auf zum Rollhalt Charly 08.

Ausflug über November, dann planmäßig über Gifhorn und den aus der Luft fast unsichbaren Segelflugplatz Schnuckenheide-Repke (erkennbar eigentlich nur an seiner Lage querab Hankensbüttel), vorbei am 1444ft. hohen Funkturm nach Uelzen. Da wir etwas abgetrieben wurden, kamen wir direkt über Uelzen an, anstatt westlich davon über dem (ebenfalls unter Schnee versunkenen) Flugplatz, was aber kein Problem war.

EDVU - Webcam-Foto der LandebahnGegenanflug Uelzen, Queranflug zwischen den Dörfern und Endanflug auf die schemenhaft unter dem Schnee erkennbare Landebahn. Kurz vor dem Aufsetzen kam dann das verabredete Kommando zum Durchstarten – schließlich war der Platz wegen Schnee geschlossen. Eine echte Landung hätte ich in den hohen Schnee sowieso nicht gemacht, auch wenn sie verlangt worden wäre. (Rechts ein Webcam-Bild der Landebahn einen Tag später.)

Also durchstarten und wieder auf 2500ft. steigen, nördlich an der Stadt Uelzen vorbei fliegen und auf Westkurs Radial 270 vom VOR Brünkendorf (BKD) einfangen. Das Radial war gut drauf und widersetzte sich dem Einfangversuch nicht, so das wir mit ein paar weiteren VOR Übungen weitermachen konnten.

Schließlich hatte der Prüfer genug von BKD und wollte zurück nach Schnuckenheide. Freundlicherweise hatte ich den Segelflugplatz als Checkpoint für den Flug nach Uelzen eingeplant – und deswegen praktischerweise Radiale und Entfernungen der VORs BKD und HLZ nach Schnuckenheide im Flightlog stehen. Also Radial 243 BKD angeschnitten und einfach drauf lang geflogen. Der Prüfer hatte nichts dagegen, den Platz auf diese Weise zu finden, aber es scheint nicht oft vor zukommen, das Prüflinge freiwillig Funknavigation benutzen. :-)

Eine Ziellandung in Schnuckenheide, die im zweiten Versuch auch geklappt hat und selbstverständlich auch mit Durchstarten kurz vor dem Aufsetzen abgebrochen wurde und wir konnten uns endlich auf den Rückweg nach Braunschweig machen.

Auf die Aussage des Prüfers, wir müssten aufpassen, die ED-R 30 nicht zu verletzen, schlug ich vor, das GPS zu benutzen, da dieses ED-Rs und auch die CTR Braunschweig anzeigt – und er war anscheinend froh über diese Lösung. Mit dem Elbe-Seitekanal als Leitlinie war der navigatorische Teil sowieso abgeschlossen – er würde uns direkt zu November 1 führen, sobald die letzten Flugübungen abgeschlossen waren.

Es folgten ein paar Steilkreise mit 45 Grad Querlage links und rechts – leider mit (meiner Meinung nach) viel zu viel Höhenverlust und immer wieder zwischendurch abfallender Querlage, Langsamflug und Stall-Übungen bevor ich uns wieder in Braunschweig anmelden durfte.

Dem Elbe-Seitenkanal bis November 1 folgen, dann auf Anweisung des Towers über Wiskey 2 in den Endanflug bis eine halbwegs saubere geschleppte Landung den Prüfungsflug beendete.

Der Schnee hatte eine terrestrische Navigation (d.h. Navigation anhand von Geländemerkmalen, Eisenbahnlinien, Dörfern, etc.) extrem schwierig gemacht und die Steilkreise machten mir wirklich Sorgen – nicht aber dem Prüfer. Nach mehr als zwei Monaten Wartezeit – Prüfung im ersten Versuch bestanden!

An dieser Stelle möchte ich dem gesamten Team der Flugschule Aerowest herzlich danken, vor allem aber Andreas Zederbauer, dem Fluglehrer der mich mit einem harten Training so weit gebracht hat, das ich die Prüfung letztendlich locker und problemfrei bestanden habe. Ich schreibe diesen Erfolg insbesondere seiner Arbeitsweise zu, dem Schüler so viel Präzision wie möglich abzuverlangen ohne ihn zu überfordern.


Das war’s also mit der Ausbildung, in 1-2 Wochen soll meine Lizenz fertig sein und dann werde ich hoffentlich öfter hier über Flüge und Flugplätze berichten können.