Mit dem erfolgreichen Progress Check 2 endete der zweite Teil der Ausbildung. Drei Ziele stehen jetzt noch vor der Prüfung: Überland PIC-Zeit (Pilot in Command, Soloflüge in der Ausbildung), Dreiecksflug und Prüfungsvorbereitung
Solo Überland
Der erste Solo-Überlandflug fand am 20.11.2009 bei traumhaftem Wetter statt. Die Route führte mich südlich von Hannover über Hildesheim und Porta Westfalica zurück nach Hannover. Genau wie der folgende Flug nördlich von Hannover lief alles glatt und ich war nach ca. 65 Minuten wieder zurück.
Dreiecksflug
Wie jetzt, das große Dreieck, ich, jetzt schon? So wie sich die Platzrunden endlos angefühlt hatten, schien der letzte Teil wie im Fluge vergangen zu sein. Am Anfang der Ausbildung kommt einem der große Dreiecksflug – immerhin drei Stunden am Stück Solo mit zwei Zwischenlandungen – wie ein ganz großes Abenteuer vor und jetzt war er da.
Der 3.12.2009 passte perfekt, ein Herbsttag mit ganztägig stabilem Wetter. Exakt um 10:05 Uhr UTC startete ich in Hannover um via Celle und das Brünkendorf VOR zu meinem ersten Zwischenstopp nach Kyritz zu fliegen. Der Flug verlief genau so problemlos wie die vorherigen. In Kyritz war ein anderer Flugschüler – beim Platzrunden fliegen.
Ich flog in den Gegenanflug ein und folgte ihm in der Platzrunde, die er sehr tief flog. Ich blieb höher, auch weil meine Echo-Wiskey bei dem relativ kalten Wetter nicht so gut sinken wollte wie bei wärmeren Temperaturen. Seine Maschine war kleiner und langsamer, so das ich mehr aufholte, als mir lieb war, auch wenn immer noch mehr als genug Platz zwischen uns blieb.
Mein Anflug wurde zu hoch, aber ich setze ihn fort, auch um ihm einen Vorsprung zu lassen und erst über der Bahn – aber noch in ausreichender Höhe – wurde durchgestartet: Vollgas, Klappen stufenweise einfahren, steigen. Das Manöver hatte mir ein Gefühl für den Anflug und dem anderen Schüler genug Vorsprung zu geben. Der nächste Anflug verlief problemlos und endete in einer relativ sauberen Landung.
Der nächste Teil führte mich über die Flugplätze Brandenburg und Magdeburg nach Dessau. Auch hier wurde der erste Anflug zu hoch und der zweite Versuch klappte. Ein schöner Platz – aus Schülersicht – da die Platzrunde anhand von Industrie und einer – vermutlich – ehemaligen Mülldeponie die mittlerweile bepflanzt wurde sehr schön zu finden ist. Ein bisschen nachtanken – auch wenn die Planung noch für den doppelten Heimweg gereicht hätte, aber sicher ist sicher und schließlich musste die zwei Tage vorher fertiggestellte neue Tankstelle ausprobiert werden. Danke nochmal für die freundliche Abfertigung.
Der Rückflug nach Hannover führte mich über Cochstedt und das VOR Helingen zurück nach Hannover. Entgegen der Erwartung war ich nicht “geschafft”, sondern noch fit und alles lief problemlos. Nur einmal – kurz hinter Braunschweig – pustete mir eine Industrieanlage kleine Wölkchen aus ihrem Schornstein in den Weg.
Zurück in Hannover wurde der Barograph ausgewertet, der auf der ganzen Strecke meine Höhen aufgezeichnet hatte. Mein Lehrer unterstellte mir die Nutzung des Autopiloten, den ich auf dem ganzen Flug nicht angerührt hatte – ein schönes Kompliment.
Prüfungsvorbereitung
Als nächstes stand eine Bestandsaufnahme an: Ein Flug mit zwei Checkpunkten, bei denen allerdings sowieso nicht damit zu rechnen war, diese auch alle zu erreichen. Im Prüfungsflug unterbricht der Prüfer den Flugplan normalerweise mit Airwork- und Notfallübungen und so war es auch hier: Kurz vor dem ersten Checkpoint Celle Langsamflug, Steilkurven, Stall-Übungen und ein paar andere Gemeinheiten. Zurückfinden auf die Strecke und auf dem Weg nach Hildesheim rechts abbiegen und zurück nach Hannover. Ziellandungen und Platzrunden und pünktlich um 15:46 – genau 30 Minuten nach Sonnenuntergang und damit zum letztmöglichen erlaubten Zeitpunkt Abschlusslandung.
Eigentlich wollten wir jetzt besprechen, was ich zur Prüfung noch an Airwork & Co. lernen muss, aber stattdessen gab’s sofort die Freigabe zum Progress Check 3 – die Ausbildung war fast zu Ende.
Progress Check 3
Am 9.12.2009 pünktlich um 9:00 mit fertiger Flugplanung in der Flugschule sein – das war die Vorgabe. Natürlich nur, sofern das Wetter passt.
Erster Check kurz nach 7:00 – Sicht 8km, Wolken ok. Flugplanung fertig und los.
8:53, schon auf dem Flughafengelände kurz vor der Schule klingelt das Telefon – abgesagt wegen schlechtem Wetter.
Mein Lehrer, der mich hauptsächlich ausgebildet hatte, war ein paar Minuten nach mir in der Schule. Er hatte den gleichen Wetterbericht gelesen war sich aber sicher, das der Nebel binnen ein oder anderthalb Stunden abziehen würde. Ich hatte die gleiche Vermutung und wir hatten Recht. Der Lehrer, der die Ausbildung macht, darf keinen Progress Check abnehmen und ein anderer war nicht verfügbar.
Nachmittags kam der Ausbildungsleiter unerwartet doch noch in die Schule – und ich kam doch noch zu meinem Progress check. Es sollte ein ruhier Flug werden und nach ein bisschen Airwork, einer Stallübung im Sinkflug zurück zum Flughafen und einer Punktlandung (”wir stellen uns jetzt vor, die Nordbahn wäre 500m lang” – immerhin 80m mehr als Minimum nach Flughandbuch) meinte er nur: “Ich merke gleich, ob einer fliegen kann.”
Bestanden und mit einer guten Portion Selbstvertrauen ausgestattet warte ich jetzt auf meinen Prüfungstermin.
Gefühlt bestand die Ausbildung zu 90% aus Platzrunden, 7% aus Überlandübungen und 3% Überland-Solo. Vor allem die Zeit seit dem Dreiecksflug kommt mir so wahnsinnig kurz vor.
Jetzt hoffe ich also auf eine schnelle Bearbeitung der Prüfungs-Fertigmeldung und passendes Wetter für einen schönen, erfolgreichen Prüfungsflug…
