Rückblick: PPL Ausbildung (Teil 2)

Tschüss Hannover

Die neu erworbene Soloberechtigung muss natürlich erstmal ausgiebig genutzt werden – laut Ausbildungsplan ca. 1,5 Stunden in der Platzrunde des Heimatflughafens, aber dann locken andere Plätze.

Peine und Hildesheim bieten sich von Hannover aus an – beide Plätze haben eine (für nicht-Verkehrsflughäfen) relativ lange Landebahn, allerdings auch nicht die gewohnte 5-Minuten-Platzrunde. Anstatt Landeübungen zu machen, fliegt man bis zu 15 Minuten durch die Gegend um wieder aufsetzen zu können.

Jetzt aber wirklich

Von Hannover aus Peine oder Hildesheim zu verfehlen, ist fast unmöglich. Entweder die A7 nach Hildesheim oder die Eisenbahn von Echo-1 nach Norden führen einen in wenigen Minuten zum Platz.

Viel aufregender war dagegen der erste wirkliche Überland – Flug: Am 7.9.2009 ging es eine Stunde durch Norddeutschland. Immer noch mit der July-Tango, die über keinerlei Navigationshilfen verfügt (den klassischen Kompass ausgenommen). Trotzdem haben wir alles gefunden und sind heile nach Hannover zurückgekehrt.

Bye Bye July-Tango, Hallo Echo-Wiskey

Flug-Navigation ohne Funk-Navigation ist heute kaum noch denkbar, dazu sind die vielen VORs und NDBs viel zu luxuriös. Da die July-Tango damit aber – mangels entsprechender Empfangsgeräte – nichts anfangen kann, kam jetzt der Wechsel zur Delta-Echo-Delta-Echo-Wiskey, einer Cessna 172R. Gefühlt ein Unterschied zwischen der Tin Lizzy und einem 2009′er Neuwagen.

Nach den obligatorischen “Platzrunden 2. Muster” und einigen Soloplatzrunden mit der Echo-Wiskey folgten weitere Überland – Sessions, die uns am 19.10.2009 bis kurz vor Berlin brachten.

Damit war die Überland – Ausbildung geschafft. Der nächste Flug sollte der Progress Check 2 sein, nach dem ich Solo Überland fliegen darf.

Simulator

PPL – Privat Pilot License – das bedeutet VFR (Visual Flight Rules), also reiner Sichtflug. Wolken sind böse und dürfen sich einem nicht nähern. Schade eigentlich, wenn die bösen Wolken so tief hängen, das man darunter nicht mehr fliegen kann (darf). Eben diese bösen Wolken zwangen mich in den nächsten zwei Wochen in den Instrumentenflug – Simulator.

Keine Sicht nach Außen, nur Instrumente – hört sich vielleicht einfach an, die IFR – Berechtigung um damit zu fliegen erfordert aber eine eigene Ausbildung, die länger als die PPL – Ausbildung ist. Trotzdem gehören einige Instrumentenflug – Übungen mittlerweile zur PPL – Ausbildung.

Alles hätte so schön laufen können, wenn mein Lehrer seine Schüler nicht immer weiter fordern würde. Nachdem der PPL – Stoff geschafft, aber noch Simulatorzeit übrig war, wurde ich mit Problemen konfrontiert, die zur IFR-Ausbildung gehören. Erfahren hab ich das allerdings erst nach der Simulator – Session und nachdem ich zwei (simulierte) Flugzeuge tief in den Boden gebohrt hatte. Hat aber trotzdem Spaß gemacht!

Progress Check 2

Am 6.11.2009 war das Wetter wieder fliegbar, wenn auch nicht schön. Egal, endlich Progress Check 2. Den Flug als Reinfall zu betrachten, wäre glatt untertrieben, es war eine einzige Katastrophe. Zwei Wochen nicht im Flugzeug zu sitzen hatten ihre Spuren hinterlassen. Nach einer Stunde und 24 Minuten Irrflug (zumindest für mich) und einigen Fehlern, die ich selbst beim ersten Überland – Flug noch nicht mal gemacht hatte, war der Traum vom Überland-Solo geplatzt. Wie kann man in nur zwei Wochen so viel verlernen?

Eine Lehre hab ich aus diesem Flug gezogen: In der ersten Zeit nach der Prüfung gehts mindestens alle zwei Wochen in die Luft, egal wie. Ich will nicht hart am Rand der PPL-Limits fliegen, sondern das Flugzeug immer sauber im Griff haben, vor allem mit Familie oder anderen Passagieren an Bord – und das geht nur mit Training.

Zurück auf die Schulbank

Der erste Nachsitz – Flug fing gleich gut an: Nach dem ersten Checkpoint zwangen uns tiefe Wolken zur Umkehr. Wir haben die Stunde trotzdem noch voll gemacht, mit dem Nienburg VOR Funknavigation geübt und mit der ICAO-Karte terrestrisch navigiert. Trotzdem habe ich viel von diesem Flug mitgenommen: Ich hatte die Maschine wieder im Griff, Zeit für Navigation blieb auch noch genug und das die Wegpunkte spontan von der Karte gewählt waren und nicht aus der Flugplanung stammten war auch nicht weiter schlimm.

Der dritte Flug, am 16.11.2009, lässt sich mit einem Wort beschreiben: Perfekt. Alle Checkpunkte gefunden, immer auf der Karte verfolgt wo wir waren und dabei sogar die Höhenabweichungen der CPL – Prüfung eingehalten. CPL, das ist die Berufspilotenlizenz, die Limits liegen bei 1/3 der PPL – Werte! Landeanflug, Landung – optimal.

Progress Check 2, Versuch 2

Einen Tag später, am 17.11.2009, wurde der zweite Versuch eingeschoben. Gleicher Lehrer wie beim ersten Mal, aber diesmal ein Bilderbuchflug. Nicht ganz so schön wie am Vortag, aber genauso klar wie der erste vermasselt war, war dieser Versuch bestanden. Das einzige, worüber sich mein Check – Lehrer (hauptberuflich Tower-Lotse) an diesem Tag aufgeregt hat, waren die kleinen Fehler seiner Kollegin auf dem Hannoveraner Tower.

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