Rückblick: PPL Ausbildung (Teil 1)

Das war’s also…

Vor mehr als 13 Monaten beschloss ich aus einer Wochenendlaune heraus, mich mit dem Thema “Pilotenschein” auseinanderzusetzen (dazu bei Gelegenheit vielleicht mehr).

Nach einem halben Jahr theoretischer Ausbildung, 60 Flugstunden und über 200 Landungen hat mein Lehrer keine Lust mehr, weiter mit mir zu fliegen. Übersetzt heißt das: Prüfungsreif!

Aber der Reihe nach…

24.5.2009 9:48 UTC

Nach einigen Rollübungen – endlich der erste Start. Die Theorie ist fast geschafft, das Wetter spielt auch mit und es geht los. D-EOJT (Delta-Echo-Oskar-Juliett-Tango), eine alte Cessna 150 mit mehr Landungen als mancher Berufspilot ist “mein” erstes Flugzeug. Klar gehört sie der Flugschule, aber sie wird mich durch die halbe Ausbildung bringen.

Nach den obligatorischen Einweisungsflügen, Airwork und Langsamflug (als Vorbereitung auf die Landung) geht es in die Tretmühle: Platzrunden.

Die Platzrunde

Vollgas, Drehzahl- und Geschwindigkeits-Checks, Rotieren (Abheben) bei 60, Steigen mit 80, in 500 ft. über Grund After-Takeoff-Checkliste, Luftraum-Check, abdrehen, kurz vor 1200 ft. MSL Level-Off, in den Gegenanflug drehen (die Reihenfolge der letzten Beiden ist natürlich wetterabhängig), einen kleinen Moment verschnaufen, Blick zur Piste, Geschwindigkeit kontrollieren, Vergaservorwärmung warm, Klappen 10″, 90 MPH trimmen, Position an Tower funken, Landefreigabe bestätigen, Queranflug, 20″ Klappen, gegentrimmen, 80 MPH, ein Auge auf Fahrtmesser, eines auf der Landebahnschwelle, eindrehen in Endanflug, Final-Checkliste vergessen, ggf. 30″ Klappen, 70 MPH halten, Abfangen, Aufsetzen, Klappen rein, Vergaservorwärmung kalt, Vollgas, das Ganze wieder von Vorne.

Das Training am Verkehrsflughafen hat Vor- und Nachteile: Eine unendlich lange und breite Bahn (3,8km für ein Flugzeug, das mit weniger als 500m zufrieden ist) bietet sehr großzügige Toleranzen, aber im heiligen kontrollierten Luftraum muss alles – einschließlich Funkverkehr – passen und da der Tower einen immer je nach Verkehrslage den Anflug verkürzen oder verlängern lässt oder eine andere Bahn zuweist, sind Hilfsmittel wie “am dritten Baum von links in den Gegenanflug” nicht möglich.

Damit werden die Platzrunden zum Kaugummiteil der Ausbildung. In dieser Phase traten tatsächlich “nicht-schonwieder-Gedanken” auf, wenn es an den nächsten Flugtermin ging.

Nach fast 20 Flugstunden und 114 Landungen war der erste Abschnitt geschafft:

Progress Check 1

Am 7.8.2009 war es soweit: Der erste Checkflug. Es sollten 5 Landungen in 50 Minuten werden, in denen sich mein “Kein-Problem”-Gefühl zu einem “Du-brauchst-noch-100-Stunden”-Gefühl änderte. Progress Check bedeutet: Anderer Lehrer checkt die Flugleistung, aber in diesem Fall einer, der mit der erlernten Platzrunde gar nicht einverstanden war. Jeder einzelne Schritt wurde kritisiert und sollte anders gemacht werden – zumindest kam es mir so vor.


Um so größer war die Überraschung, als ich dann doch “Solo” los durfte: 3 Platzrunden ohne Lehrer! Ein Gefühl, das sich nicht beschreiben lässt.

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